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Evaluation des Kursprogramms der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Niedersachsen in der Schulungsstätte Handeloh

"Jeden Tag werden in der Bundesrepublik Deutschland durchschnittlich 130 Hektar Landschaft für Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen verbraucht. Die stetige Weiterentwicklung unserer Gesellschaft fördert leider Naturzerstörung - und immer wieder auch Waldvernichtung", betont Staatssekretär a.D. Dr. Werner Greifelt, Vorsitzender der SDW Niedersachsen. "Dieser Entwicklung wollen wir zukünftig besser begegnen können, als in der Vergangenheit", so Greifelt weiter. Wenn es schon nicht immer gelingen könne, Landverbrauch komplett zu vermeiden, so käme es zumindest darauf an, diesen zu minimieren und schonend zu organisieren. "Einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeit wird daher die Schulung ehrenamtlicher Gutachter im Rahmen der Verbändebeteiligung nach § 60 NNatG bilden", führt Dr. Hamann vom Naturkundlichen Museum zur praktischen Arbeit aus. Ausbildung sei dringend vonnöten, um kreativ mit den oft komplexen Fragestellungen umgehen zu können". (aus: Pressemitteilung zur Eröffnung der SDW - Akademie in Handeloh, Juni 2005)

Das Kursprogramm

Dieses Evaluationsprojekt befasst sich mit einem Kursprogramm, das von der SDW Niedersachsen im Jahr 2005 gestartet wurde, um die Kompetenzen von § 60 - Gutachtern zu stärken, die vor Ort in Anhörungsverfahren Stellungnahmen zu Eingriffen in den Naturhaushalt abgeben. Dabei geht es nicht so sehr um Eingriffe in besonders geschützte Naturräume, für die ohnehin strikte Eingriffregelungen vorliegen. Bei den Mitwirkungsrechten der Verbände nach § 60 Niedersächsisches Naturschutzgesetz geht es vielmehr um die Natur "nebenan", also um Naturräume in unmittelbarer Nachbarschaft von Siedlungen. Dieser Teil des Naturraums ist besonders von menschlichen Eingriffen gefährdet: Kiesabbau an Flüssen, Anlegen von Gewerbegebieten am Rande eines Stadtwalds, Erweiterung von Verkehrsflächen für Umgehungsstrassen etc. enthalten Gefährdungen für die Natur, die sich in der Summe als sehr bedenklich erweisen. Durch den § 60 sind den Verbandsvertretern Mitwirkungsmöglichkeiten gegeben, die zwar nur selten einen Eingriff stoppen, aber wenigstens für einen adäquaten Ausgleich sorgen können. Die damit verbundenen Bewertungen und Stellungnahmen erfordern kompetente Ehrenamtliche, die mit den Planungsbüros, Behörden etc. auf "Augenhöhe" verhandeln können. Das von der SDW gestartete Schulungsprogramm soll den in diesem Bereich aktiven Ehrenamtlichen die nötigen Kenntnisse vermitteln.

Ziele

Das Evaluationsprojekt sollte die Bedarfslage bei der Zielgruppe bestimmen, die Bewertung der Seminare durch die Teilnehmenden selbst erheben und Ansatzpunkte für eine Optimierung des Kursprogramms liefern.

Erhebungskonzept

Die Evaluation des Kursprogramms erfolgte in sechs Schritten:

  • Interessentenfragebogen, der an die in der Kartei der SDW verzeichneten § 60 - Gutachter und andere Interessenten versandt worden ist. Der Interessentenfragebogen sollte Voraussetzungen und die Bedarfslage auf Seiten der Zielgruppe erheben. Wichtigstes Ergebnis war hier das Qualifikationsprofil möglicher Kursteilnehmer.
  • Seminar - Eingangsfragebogen. Mit dieser Erhebung sollte die Teilnehmerstruktur der einzelnen Seminare (Herkunft, fachlicher Hintergrund, Erwartungen) geklärt werden.
  • Seminar - Rating - Bogen. Nach Abschluss der Seminare haben die Teilnehmer einen Fragebogen ausgefüllt, in dem sie den Seminarprozess auf einer Sechserskala bewerten konnten. Die Bewertungskriterien reichten von der Atmosphäre, den Referenten bis hin zur praktischen Anwendbarkeit des Gelernten.
  • Telefoninterviews mit ehemaligen Seminarteilnehmern/innen. Dieses Instrument diente dazu, Erfahrungen von Seiten der Teilnehmer/innen mit einiger Distanz zum Seminar festzuhalten (Abstand ca. 8 Wochen).
  • Telefoninterviews mit dem Kursträger und dem Leiter der Schulungsstätte. In diesen Interviews sollte die Entstehung, der Ablauf und die Bewertung der Seminare noch einmal im Rückblick dokumentiert werden. Wichtigstes Ergebnis ist hier, in welcher Weise aus den vorliegenden Erfahrungen Konsequenzen für die weitere Arbeit der SDW - Akademie abgeleitet wurden.
  • Bewertung des Kurses an der SDW Akademie mit Hilfe eines von der AfeB Heidelberg entwickelten Evaluationsrasters (Checkliste) für Kursangebote in der Weiterbildung. Wichtigstes Ergebnis ist hier, an welchen Punkten des Kurskonzepts Abweichungen und Übereinstimmungen mit diesem Raster erkennbar werden, die für Probleme bei der Umsetzung und Möglichkeiten bei der zukünftigen Arbeit wichtig sein können.

Ergebnisse

Zum Evaluationsprojekt liegt ein interner Ergebnisbericht vor. Interessenten wenden sich bitte an die SDW - Geschäftsstelle in Hannover.

Kooperation

Das Projekt wurde realisiert in Kooperation mit Friedrich Gregorius von der SDW Niedersachsen und Dr. Klaus Hamann, Schulungsstätte Handeloh

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