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Museumspädagogische Evaluation im Badischen Landesmuseum, Karlsruhe

Fokusrunden zur Qualitätsentwicklung

Das vorliegende Projekt war Teil des Gesamtvorhabens „Museumspädagogik 2010 – Evaluation museumspädagogischer Angebote im Badischen Landesmuseum Karlsruhe", das die AfeB Heidelberg in Kooperation mit dem ZEB in Karlsruhe durchgeführt hat. Der Teil der AfeB an diesem Projekt waren Fokusrunden mit Lehrern/innen allgemeinbildender Schulen

und mit Erzieherinnen.Das ZEB führte parallel dazu eine Fragebogen-Erhebung mit Lehrkräften und Schülern/innen durch.

 

Fokusrunden mit Lehrkräften

Foto: Badisches Landesmuseum (Schulklasse in der "Türkenbeute")
Foto: Badisches Landesmuseum (Schulklasse in der "Türkenbeute")

Die Ergebnisse der Fokusrunden mit den Lehrkräften allgemeinbildender Schulen lieferten ein realistisches Bild der Zusammenarbeit von Schule und Museum in Karlsruhe: Es gab hohe Zustimmung zu den Sonderausstellungen des Landesmuseums als gelungener Kompromiss zwischen Gestaltung und Pädagogik; gleichfalls hohe Zustimmung fanden die handlungsorientierten Angebote, wobei sich Einschränkungen bezüglich der Häufigkeit Nutzung (durch relativ wenig Klassen) und bezüglich des Alters der Schüler/innen ergeben (Frage nach möglichen Alternativen z.B. für ältere Schüler/innen). Fazit: Handlungsorientierte Angebote sind positiv, jedoch entsprechen sie nicht unbedingt der alltäglichen Praxis des Schulklassenbesuchs.

 

Kritikpunkt waren: Schulklassenbesuche in Sonderausstellungen sind oft durch Enge, Lärm und zu dichte Klassenfolge bei Führungen behindert. Ein weiterer häufig kritisierter Punkt waren die Kosten des Museumsbesuchs (= der handlungsorientierte Aktivitäten), die gelegentlich als zu hoch angesehen werden; Grund: heutige Größe der Schulklassen und der damit notwendig werdende Teilung der Klassen, die Mehrkosten hervorruf.

Fokusrunden mit Erzieherinnen

Foto: Badisches Landesmuseum/ Moyrer (Vorschulkinder in Barockkostümenc im Shlosshof)
Foto: Badisches Landesmuseum/ Moyrer (Vorschulkinder in Barockkostümenc im Shlosshof)

Hohe Zustimmung zum Landesmuseum ergab sich bei der relativ kleineren Gruppe erfahrener Erzieherinnen. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass jüngere Kolleginnen in den Kindergärten den Museen gegenüber eher distanziert seien, weil sie selbst meist nur wenig eigene Erfahrungen mit Museen haben. Hier wurden Angebote gewünscht, die gezielt auf diesen Teil der Erzieherinnen zu gehen und sie informieren („Schwellenangst nehmen“).

 

Die Bewertung des Landesmuseums und seiner Ausstellungen für den Besuch mit Kindergärten teilweise ausgesprochen begeistert. Kritisiert wird höchstens das bislang zu geringe Angebot für Kindergärten. Die Meinung war: Das Museum versteht sich selbst offenbar v.a. als Ort für Schulklassen. Es sollten mehr spezielle Angebote für Kindergarten – Kinder entwickelt werden, die thematisch nachvollziehbar (Alltagsbezug!) und historisch möglichst in einer Zeit bleiben sollten. Gewünscht wird einerseits ein Standardprogramm, das den Erzieherinnen die Orientierung erleichtert. Andererseits wird der Projektarbeit sehr viel Bedeutung zugemessen, da alle Kindergärten heute in Projektzusammenhängen planen und arbeiten. Methodisch plädieren die Erzieherinnen für eine ganzheitliche Erfahrung der Kinder im Museum, was durchaus nicht nur „Anfassen“ bedeutet, sondern das ganze methodische Spektrum von Musik über Tanz bis zum Geschichten-Erzählen umfassen sollte.