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Evaluation und Besucherbefragung in der 'Tivi - Ausstellung' des Jungen Museums Speyer

Die Ausstellung

Bei 99 Prozent aller Kinder steht zu Hause mindestens ein Fernsehgerät. Das ist das Ergebnis einer ARD/ZDF-Studie aus dem Jahr 2003. Die Flimmerkiste gehört zum Alltag der in Deutschland lebenden Kinder, die Knöpfe der Fernbedienung sind selbst für die Kleinsten kein Tabu. Umso wichtiger ist es, dass Kinder Wirkung und Gestaltungsmöglichkeiten des Fernsehens kennen. Die Medienkompetenz der Kleinen zu stärken, war Ziel der Ausstellung „Tabaluga. Löwenzahn & Co. - So wird Fernsehen gemacht", die vom Oktober 2005 bis April 2006 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gezeigt wurde.

 

Die Schau war eine Zusammenarbeit des Jungen Museums Speyer mit „ZDF tivi", dem ZDF-Kinder- und Jugendprogramm.

Gestaltungselemente

  • In der Ausstellung konnten die jungen Besucher in einem nachgebauten Logo-Nachrichtenstudio erfahren, wie aus einem Ereignis eine Nachricht wird und diese dann sogar selbst anmoderieren. Mitmachen, hieß das Konzept, wie Cathérine Biasini, Projektleiterin des Jungen Museums betonte. „Die Kinder sollen sich Zusammenhänge über eigenes Tun erschließen" und „Dinge aus dem Fernsehen wiedererkennen".
  • Der kleine Drache Tabaluga, der gruselige Schneemann Arktos oder auch ein orginalgetreuer Nachbau des Bauwagens, in dem der wissbegierige Peter Lustig aus der Sendung „Löwenzahn" haust. Bei Löwenzahn erfuhren die Besucher, wie ein Zeichentrickfilm entsteht, beim Infomagazin „PuR", wurde erklärte, wie eine Bluebox funktioniert.
  • Die einzelnen Stationen der Schau waren jeweils einem Themengebiet zugeordnet. Im „1,2 oder 3-Studio" ging der Traum in Erfüllung, einmal selbst in einer Quizshow mitzumachen. Im Trödelladen von Frau Siebenstein aus der gleichnamigen Sendung galt es, Geräusche zu finden, die unter Stühlen, in Kisten oder in einer Gießkanne versteckt waren - eine spielerische Sensibilisierung für Akustisches, denn später konnten die Kinder dann einen kleinen Filmbeitrag selbst vertonen.
  • Um Lichteffekte ging es bei der Station „Tabaluga tivi". Per Knopfdruck konnten Kinder Lichtquellen wie das nervöse Blinken eines Stroboskops aktivieren. Ein Film zeigte, wie diese Effekte in der Sendung „Tabaluga tivi" eingesetzt werden. Welche psychologische Wirkung Licht haben kann, erschloß sich in zwei kahlen, nüchternen Nebenräumen, die nur durch Licht- und Geräuscheffekte in zwei konträre Welten verwandelt wurden: Warm und sonnendurchflutet die eine von Drache Tabaluga, kühl und frostig die andere von Arktos, dem Schneemann. „Wir fordern hier die Imaginationskraft der Kinder heraus", kommentierte Biasini. (Textauszug aus ECHO ONLINE, Carolin Neubauer, 22.10.2005)

Fotos: Das Zebra, Wappentier der ZDF - Kindernachrichtensendung "Logo" begrüßte die jungen Besucher/innen auf dem Vorplatz des Historischen Museums. Es war, wie die Besucherbefragung zeigte, ein höchst wirksames Werbemedium! (Foto oben) Im Innern begrüßte die Kinder die Sound- und Lichtkulisse des "1,2 0der 3 Quizstudios" - Original - Studiofeeling inclusive (Foto unten).

 

Die besondere Herausforderung für die Besucherforschung war in diesem Projekt, etwas von den intensiven Erlebnissen, Eindrücken und auch Erfahrungen der Kinder zu dokumentieren.

 

(Alle Fotos: AfeB)

Aufgaben von Evaluation und Besucherbefragungen

Die Evaluationen und Besucherbefragungen sollten zwei Aufgaben bewältigen: Die Zusammensetzung des Publikums erheben (und Veränderungen gegenüber frühreren Ausstellungen klären); zweitens die Wirkung der Ausstellung bei den Kindern und ihren Eltern nachvollziehen. Dazu dienten Fragebögen und Kurzinterviews. Dabei sollte an ausgewählten Bereichen der Mitmach - Ausstellung durch den Einsatz unmittelbarer Beobachtung (= Einsatz von Beobachtungsbögen) geklärt werden, wie die Kinder mit den interaktiven Elementen der Ausstellung umgehen.

Erhebungsteam

Das Evaluationsprojekt wurde unter Mitarbeit eines Teams von Heidelberger Studentinnen konzipiert, durchgeführt (Verteilen der Fragebögen, Führen der Interviews und direkte Besucherbeobachtung) und auch ausgewertet. Zu den Erhebungsergebnissen liegt ein interner Bericht vor. Zum Projektteam gehörten: Maria Depker, Lena Kamrad, Maryam Tercel (Projektentwicklung, Erhebungs- und Auswertungsarbeiten). Die Verteilung der Fragebögen an den Weihnachtsfeiertagen war nur möglich mit Unterstützung von Mira Hoffmann aus Speyer.

Hinweise zu den Serviceleistungen der AfeB bei Nutzer- und Besucherbefragungen
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