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Vorab - Evaluation für das Projekt "Dauerausstellung für Kinder", Junges Museum Speyer

Das Museum:

Maskotchen des Jungen Museums ist der Löwe Jumo, der die Kinder durch die verschiedenen Projekte und Ausstellungen des Jungen Museums begleitet. Bei Interesse können Kinder im Jumo - Club Mitglied werden, was ihnen für ein ganzes Jahr Zugang zu allen Ausstellungen und Programmen des Museums verschafft (Foto: Junges Museum)

 

Das Junge Museum Speyer ist eine Abteilung des Historischen Museums der Pfalz. Es wurde 1999 als erstes Kinder- und Jugendmuseum in Rheinland-Pfalz gegründet. Es zeigt Sonderausstellungen ganz speziell für junge Menschen, in einigen Fällen ergänzend zu den großen Sonderausstellungen im Historischen Museum. Daneben bietet es Workshops, Aktionstage, Führungen und Kindergeburtstage. Es hat einen handlungsorientierten Ansatz: Im Jungen Museum Speyer können Kinder und Jugendliche mitmachen, ausprobieren und erforschen.

Das Evaluationsprojekt:

Das Junge Museum ist in der Vergangenheit vor allem durch seine großen Sonderausstellungen für Kinder bekannt geworden, die stets durch ein breites Aktionsprogramm begleitet wurden. Diese Ausstellungen und Aktionen wurden stets sehr gut besucht und fanden sehr positive öffentliche Resonanz. Allerdings war das Junge Museum zwischen den großen Ausstellungsprojekten in der Öffentlichkeit nicht mehr präsent, die KInder hatten solange, bis die nächste Ausstellung begann, keinen Ort im Museum mehr, den sie aufsuchen konnten. Um diesen Zustand zu ändern, entstand das Projekt einer Dauerausstellung für Kinder, die im Gebäude des Historischen Museums in gleichberechtigter Lage zu den anderen Ausstellungen angesiedelt sein soll. Die Frage an die Vorab - Evaluation war, ob sich ein solches Projekt in Speyer trägt, ob es vom Publikum angenommen wird, wie die Erfahrungen anderer Museen mit Daueraustellungen für Kinder sind und - wenn man das Projekt realisiert - welches Konzept sich in Speyer empfehlen würde.

Erhebungsmethoden:

Für die Evaluatiobn wurden verschiedene Instrumente eingesetzt, mit denen relativ unaufwändig und methodisch zuverläsig die Rahmenbedingungen für das Ausstellungsprojekt erhoben werden konnten. Dazu gehörten sog. 'Mini - Fragebögen', die direkt von der Aufsicht an die Besucher/inen einer gerade laufenden Sonderausstellung im Jungen Museum verteilt wurden. Dazu kamen: Eine 'Pinwand - Erhebung', mit der die Kinder selbst ihre Meinung sagen konnten, Elterninterviews, Gruppendiskusionen mit Grundschullehrer/inen, Lehrer/innen aus der Sekundarstufe 1 und mit Erzieherinnen aus Speyrer Kindergärten. Flankierend dazu fanden Telefoninterviews mit Kollegen/innen aus anderen deutschsprachigen KIndermuseen statt und wurde eine Umfeldanalyse durchgeführt. Die Vorab - Evaluation begann im März 2005, die Ergebnisse liegen im Juli 2005 vor.

Stichwort: Vorab - Evaluation

Viele Museen und Kultureinrichtungen erwarten von der Besucherforschung Aussagen über den Erfolg und die besten Konzepte für ein zukünftiges Projekt. Es geht also um einen projektiven Ansatz, der aus aktuell erhebbaren Daten Aussagen über zukünftige Entwicklungen liefern soll. Dazu gibt es keine spezielle Methode, sonderrn es ist ein ganzer Methodenset erforderlich, der die gewünschten Aussagen auf verschiedenen Ebenen erhebt. Man wird stets ...

  • erstens die Rahmenbedingungen festhalten, also .a. die Zusammensetzung des Publikums,
  • zweitens Herkunft
  • drittens die Beurteilung des bisherigen Angebots.
Auf dieser Basis können dann Befunde dazu gesammelt werden, wie das Projekt, um das es bei der Vorab - Evaluation geht, von relevanten Personengruppen (im Fall des Jungen Museums Speyer: Lehrer, Erzieherinnen, Fachkollegen/innen an anderen Kindermuseen) beurteilt wird und welche Erfahrungen sie mit den Aufgaben haben, die in diesem Projekt zu bewältigen sind.

Dafür werden vor allem qualitative Methoden eingesetzt. Wichtig bei solchen Methoden ist insbesonders die Zusammensetzung der zu befragenden Personen - d.h. es muss sehr viel Sorgfalt darauf verwendet werden, dass die Gruppenmitglieder ein gutes Abbild der in der Realität vorhandenen Sichtweisen und Erfahrungen abgeben. Wird dies berücksichtigt, so lassen sich aus den Ergebnissen dieser Diskussionsrunden in relativ kurzer Zeit (Dauer meist unter einer Stunde) differenzierte Kriterien gewinnen, die es erlauben, fundierte Aussagen dazu zu liefern, ob das intendierte Projekt realisierbar ist und welche Dinge dabei besonders berücksichtigt werden sollten.

Als Hintergrund werden dazu noch Daten aus einer Umfeldanalyse hinzu genommen, die beschreiben, wie ein Projekt in seinem Umfeld verortet ist - also etwa, wie die Konkurrenzsituation ist. Wichtig ist folgende Unterscheidung: Die Vorab - Evaluation ist keine finanzielle Machbarkeitsstudie, die die Wirtschaftlichkeit eines Projekts analysiert. Eine solche finanzielle Machbarkeitsstudie wäre der zweite Schritt nach einer Vorab - Evaluation.

Ergebnisse

Nähere Auskünfte zum Befragungsprojekt und den Ergebnissen bei der AfeB oder direkt bei:

Junges Museum Speyer
im Historischen Museum der Pfalz
Almut Neef, Domplatz, 67346 Speyer

Tel.: 06232/ 1325 - 610  Mailto: almut.neef@museum.speyer.de

Hinweise zu den Serviceleistungen der AfeB bei Nutzer- und Besucherbefragungen
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