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Besucherbefragungen am Westfälischen Freilichtmuseum Hagen

Stärken und Schwachstellen eines viel besuchten Museums

Das Westfälische Freilichtmuseum Hagen liegt in einem idyllischen Bachtal am Rande des Sauerlandes. Nur wenige Autominuten von Hagen entfernt, präsentiert es auf ca. 42 ha einen Streifzug durch die Geschichte des Handwerks der letzten Jahrhunderte. Ungefähr 60 rekonstruierte Handwerksbetriebe können besichtigt werden, wobei in 20 Werkstätten sogar produziert wird. Hier hat der Besucher die Möglichkeit, den Fertigungsprozess zu verfolgen, teilweise - etwa in der Seilerei - mit Hand an zu legen oder Fragen zu stellen. Dabei reicht das Spektrum von der Eisen- und Holzverarbeitung, der Papierherstellung, Druckerei bis hin zur Bäckerei und Brauerei. Durch dieses farbige Angebot ist das Freilichtmuseum Hagen für viele Bevölkerungsgruppen attraktiv und wird entsprechend häufig besucht. Offen bleibt dabei allerdings, was die Besucher/innen tatsächlich anzieht und an das Museum bindet; ferner: welche Schwachstellen im vollen Publikumsbetrieb auftreten.

Zum Foto: Publikumsmagnet Westfälisches Freilichtmuseum Hagen. Wer sind die Besucher/innen? Was erwarten Sie und wie nehmen Sie das Museum wahr? Die Erhebungen der AfeB sollten die Datenbasis für zukünftige Entscheidungen und Entwicklungsschwerpunkte am Freilichtmuseum Hagen schaffen (Foto: FLM Hagen)

Das Befragungsprojekt:

Im Jahr 2003 erhielt die AfeB den Auftrag, die Publikumsstrukturen dieses viel besuchten Museums zu erheben. Ausserdem sollten die Besuchsmotive genauer geklärt werden: Ist das Museum vor allem ein Ort, Handwerksgeschichte genauer kennen zu lernen oder ist es vor allem ein attraktives Naherholungs- und Ausflugsziel? Schliesslich interessierte das Museum besonders, wo die Besucher ihre Schwerpunkte in der weitläufigen Anlage setzten und was sie beim Besuch stört. Die Erhebungsergebnisse sollten die Voraussetzungen schaffen, mit der zukünftigen Entwicklung des Museums möglichst zielgenau den Bedürfnissen des Publikums zu entsprechen.

Erhebungsmethoden:

Für die Erhebung wurden Fragebögen (als Ausgangsbefragung) und Telefoninterviews eingesetzt. Die Fragebogenerhebung erfolgte in zwei Varianten: Ein Fragebogen diente v.a. dazu, die Nutzung des Freilichtmuseums und der Werkstätten durch das Publikum zu klären. Ein zweiter Fragebogen erhob Bewertungen, Interessen und Motive. Insgesamt wurden 1400 Besucher/innen befragt, wodurch sich repräsentative Daten zum Publikum, zum Besuchsverhalten und zu den Besuchsmotiven gewinnen ließen. Erhebungszeitraum: Ende August 2003 (Schulferien NRW) und Anfang September 2003 (außerhalb der Schulferien).

 

Projektassistenz vor Ort: Lin Chi Fai, Timm Reißmann

Telefoninterviews:

Sechs Wochen nach dem Besuch im Freilichtmuseum wurden 50 speziell ausgewählte ehemalige Besucher/innen angerufen und nach einem Leitfaden befragt, der vor allem mittelfristige Effekte (Erinnerungen und Eindrücke) des Museumsbesuchs abfragte.

Besuchermonitoring

Das Befragungsprojekt lieferte differenzierte Ergebnisse zur Zusammensetzung des Publikums im August und September 2003. Das Freilichtmuseum Hagen war jedoch daran interessiert, nicht nur diese „Momentaufnahme" seines Publikums zu erhalten, sondern bestimmte Merkmale (wie: Herkunft) fortlaufend zu beobachten. Zusammen mit Dr. Paatsch von der AfeB wurde daher das Konzept für ein fortlaufendes Besuchermonitoring erstellt. Mit diesem Besuchermonitoring kann das Museum ohne Hinzuziehung externen Befragungspersonals („mit Bordmitteln") Daten erheben und sehr schnell (etwa im Abstand einer Woche nach der Erhebung) auswerten. Die AfeB Heidelberg stellt dafür Methoden und Handreichungen zur Verfügung.


Ergebnisse

Nähere Auskünfte zum Befragungsprojekt und den Ergebnissen bei der AfeB oder direkt bei:

 

Westfälisches Freilichtmuseum Hagen
- Öffentlichkeitsarbeit -
Mäckingerbach
58091 Hagen
Auskunft / Vermittlung (0 23 31) 78 07-0
Fax: (0 23 31) 78 07-20

Hinweise zu den Serviceleistungen der AfeB bei Nutzer- und Besucherbefragungen
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