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Besucherbefragungen im Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Ein besonderes Museum

Das Sepulkralmuseum in Kassel ist ein Museum mit besonderem Thema. Die Besucher/innen werden dort mit existentiellen Fragen konfrontiert: Wie gingen die Menschen früher mit Sterben und Tod um? Welchen Stellenwert haben Sterben und Tod heute in einer säkularisierten Gesellschaft?Die gegenüber diesen Fragen oftmals einsetzende Orientierungslosigkeit ist nicht nur ein Problem des Einzelnen, sondern ein Problem der ganzen modernen Industriegesellschaft: Waren in früheren Zeiten Begräbnis- und Trauerrituale fester religiöser Bestandteil einer Gesellschaft, so ist heute durch den Wegfall tradierter Konventionen eine Lücke entstanden. Andererseits: Neue Möglichkeiten und Ausdrucksfromen werden gesucht und erprobt. In dem Spannungsbogen von Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem will das Museum mit seiner Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen und einem breiten Veranstaltungs-Programm anregen, sich wieder mit Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Intendiert ist letztlich, daß der Tod wieder "lebendiger" wird und seinen Platz im Alltag der Besucher/innen zurück gewinnt.

Foto: Neuerwerbung im Museum für Sepukralkultur. Ein Hahn, buntlackierter, figürlicher Sarg aus Ghana. Copyright: Museum für Sepulkralkultur.

Wer ist das Publikum?

Rund 20.000 Menschen besuchen dieses besondere Museum und seine Veranstaltungen jährlich. Soviel sagt die Jahresstatistik. Interessant ist nun die Frage: Hat dieses Museum ein spezielles Publikum? Gibt es Stammbesucher/innen oder vor allem Personen, die nur einmal herein schauen wollten (= Erstbesucherinnen)? Gibt spezielle Interessen im Publikum oder wird vor allem eine (erste) Begegnung mit dem Thema "Sterben, Tod und Begräbniskultur" gesucht? Sind es vor allem die Älteren, die in in den Ausstellungen zu finden sind? Oder zieht das Museum auch jüngere Personen aus Kassel und Umgebung an? Evtl. wird man darüber hinaus auch der Frage nachgehen: Welche Teile der Bevölkerung fehlen bislang völlig im Publikum? Ist etwas über die Gründe erkennbar? Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig zur besseren Klärung des Selbstzverständnisses jeden Museums, so auch des Sepulkralmuseums. Sie können auch Leitlinien geben für zukünftige Schwerpunkte und Aufgabenstellungen.

Besucherbefragungen als Beratung

Um solche Antworten zu gewinnen, sollen in 2008 und 2009 Besucherbefragungen durchgeführt werden. Die AfeB hat dabei eine besondere Rolle übernommen: Sie berät das Museum in Kompaktveranstaltungen beim Entwurf eines Erhebungskonzepts, der Ausgestaltung von Kurzfragebögen und gibt Hinweise für eine methodisch adäquate Durchführung der Befragung. Die Befragung selbst wird vom Sepulkralmuseum mit eigenen Kräften durchgeführt. Die AfeB unterstützt später bei der Auswertung und Interpretation der Befragungsergebnisse. Außerdem werden Tipps gegeben, wie die Befragungen noch modifiziert werden können, um weitere Themen in der Erhebung abzudecken.

Erhebungskonzept

Für viele kleinere Museen steht das Thema "Besucherbefragung" auf der Tagesordnung. Sie können sich jedoch in den wenigsten Fällen eine komplett extern vergebene Erhebung leisten. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass Erhebungen, die komplett mit "Bordmitteln" durchgeführt wurden, erhebliche methodische Fehler aufweisen. Dadurch werden die erzielten Ergebnisse meist mehr oder weniger entwertet.Die Lösung für dieses Problem liegt in der Durchführung einer Besucherbefragung mit externer Beratung.

  • Diese Art der Besucherbefragung stellt sicher, dass - trotz geringem Mitteleinsatz - eine Erhebung realisiert wird, die vertretbaren methodischen Standards entspricht und deren Ergebnisse valide sind. Letzteres bedeutet, dass die Ergebnisse tragfähig für die weitere Arbeit und Planung des Museums sind, an dem die Erhebung durchgeführt wird.
  • Besucherberagungen mit externer Beratung werden vor Ort von eigenem Personal durchgeführt. Das bedeutet konkret: Oft wird der Fragebogen vom Kassenpersonal oder Praktikanten verteilt. Diese Personen müssen daher vorher geschult und in die Regeln, nach der die Erhebung ablaufen soll, eingearbeitet werden.
  • Das Erhebungskonzept und der daraus abgeleitete Fragebogen wird zu Beginn der Besucherbefragung zusammen mit der externen Beratung erarbeitet.
  • Die AfeB steht nach Abschluss der Erhebungsarbeiten für eine externe Unterstützuung der Auswertungsarbeiten (per EDV) zur Verfügung. Evtl. nimmt sie auch an der interrnen Präsentation der Ergebnisse teil.
  • Kosten: Für die externe Beratung berechnet die AfeB die entstehenden Reisekosten und ein ca. zweitägiges Referentenhonorar.

 

Hinweise zu den Serviceleistungen der AfeB bei Nutzer- und Besucherbefragungen
finden Sie
hier!