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Seminar Museum für die Region - Bundesakademie für kulturelle Bildung/ Fachbereich Museum
Interkulturell und besucherorientiert Beispiele für integrative Ausstellungskonzepte in Regionalmuseen

Termin: 10.12. bis 12.12.2002
Dozenten: Dr. Markus Moehring, seit 1991 Leiter des Museums am Burghof und mehrerer integrativer Ausstellungsprojekte
Dr. Ulrich Paatsch, Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung (AfeB), Heidelberg, u.a. wissenschaftliche Begleitung des
baden-württembergischen Modellversuchs „Begegnung mit dem Fremden" (1996).
Foto: Markus Möhring im Seminar am 12.12.02 - stets ein aufmerksamer Zuhörer, mit durchdachten Hinweisen für die Praxis der Teilnehmer/innen in integrativen Museumsprojekten.
In diesem Seminar geht es um die Verortung von Regional- und kleineren Stadtmuseen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Als Ansatz dafür wird das Konnzept „integrativer Museumsarbeit" vorgestellt, worunter eine längerfristige Strategie verstanden wird, das Museum zum Ort der Begegnung ganz unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zu machen. Dabei kommt der Ausstellungspolitik und -Planung eine besondere Bedeutung zu: Integrative Ausstellungen rücken einzelne, oft eher museumsferne Gruppen in den Mittelpunkt des Interesses, indem sie für erhöhte Aufmerksamkeit und entsprechende gesellschaftliche Aufwertung sorgen. Ein umfangreiches, auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnittenes Rahmenprogramm nutzt die Ausstellung, um Vorurteile abzubauen, Toleranz zu fördern und gesellschaftliche Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
Beispiele
Diese Strategie wird theoretisch diskutiert und exemplarisch vorgestellt am Baden-Württembergischen Modellversuch „Begegnung mit dem Fremden" sowie an vier Beispielen aus dem Museum am Burghof, Lörrach, das mit integrativen Ausstellungsprojekten in den letzten Jahren viele Erfahrungen gesammelt hat:
- Der Sonderausstellung „Zwischen zwei Welten - türkisches Leben in Lörrach" (1996)
- Der Sonderausstellung „Einmal Rußland und zurück - Spätaussiedler/innen in Landkreis Lörrach" (2001)
- Gründung des Netzwerks gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus anläßlich des Projekts zur Erinnerung an die Judendeportationen in Baden (2000)
- ExpoTriRhena - der neuen Schausammlung des Museums (2002)
An diesen Beispielen wurde jeweils über die Möglichkeiten, Voraussetzungen und auch Grenzen eines solchen integrativen Museumsverständnisses geredet werden. Es wurde gezeigt, welche besonderen Formen der Vorbereitung, Recherche und Netzwerkarbeit notwendig sind ( = Vorbereitung als Teil des Integrationsprozesses) und was davon in einem Museum tatsächlich geleistet werden kann. Ferner: Wie einzelne Bevölkerungsgruppen auf solche Ausstellungsprojekte reagieren und welche Hoffnungen damit verbunden werden. Weiterhin soll diskutiert werden, ob das traditionelle Methodenrepertoire (und auch fachliche Qualifikationsprofil ..!) von Museen und Museumsmitarbeitern/innen dafür ausreichen und wie sich das Selbstverständnis eines Museums dadurch generell verändert (etwa in Bezug auf das Sammlungskonzept). Last not least gng es um die Auswirkungen, die von solchen Projekten im gesellschaftlichen und politischen Umfeld zu erwarten sind. Es wurde darüber geredet, wie unterschiedliche (kultur)politische Interessenlagen erkannt und wie Bündnispartner gefunden werden können. Ferner wurde darauf eingegangen, wie man einen möglichst breiten Rückhalt in der Öffentlichkeit, in kommunalpolitischen Gremien und in den Medien erreichen kann.
IM SEMINAR VORGESTELLTE LITERATUR ZUM THEMA:
Hier noch zwei weitere, mit der ExpoTriRhena und den im Seminar vorgestellten interkulturellen Projekten (Türken in Lörrach, Ruslanddeutsche) vergleichbare Ausstellungsprojekte:
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Im Seminar wurde das THema praktisch und theoretisch mit Hilfe von zwei Materialien bearbeitet:
- Dem Rollenspiel "Eine Ausstellung über Deutsche und Ausländer in Schlösslingen entsteht" (Arbeitspapier)
- Thema "Neue Museologie, Nachbarschaftsmuseen, Ecomuseen - Theoretische Bezüge von integrativer Museumsarbeit in Regionalmuseen". Theoretisches Hintergrundpapier von U.Paatsch. (11/ 2002)
Beide Materialien können hier herunter geladen werden. Jede weitere Verwendung oder Veröffentlichung nur unter Nennung der Quelle (AfeB, 2002)!
Museumspädagogisches Rollenspiel
SeminarRegionalmuseenRollenspiel.doc
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Theoretische Bezüge von integrativer Museumsarbeit in Regionalmuseen. Seminarpapier von U.Paatsch. (11/ 2002)
SeminarRegionalmuseenNeueMuseologie.doc
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Arbeitsgruppe für empirische Bildungsforschung e.V.
